Alte Schule Saara, heute Haus 2 der Gemeindeverwaltung Nobitz (vor und nach dem Umbau)
Ausschnitt aus der Chronik
Worauf die so umfangreiche Größe des ganzen Saaraer Kirchspiels ursprünglich zurück zu führen ist, ist ungeklärt, vermutlich auf einen ursprünglichen alten großen Burgbezirk.
Wie aus der Ortsgeschichte von Saara in der ältesten Zeit überliefert ist, soll hier ein namhaftes pleißnisches Adelsgeschlecht, als die "von Zarowe", seinen Sitz gehabt haben.
Aus alten Urkunden und Schriften erfahren wir, dass bis zu Anfang des 14. Jahrhunderts solche Namensträger als Zeugen genannt werden. Als wohl den ersten bekannten urkundlich als Zeuge vorkommenden dieses Geschlechtes, in einer Bischöflich-Naumburgischen Urkunde vom Jahre 1222, tritt ein Conrad von Zarowe entgegen. Später kommen noch die von Zarowe in den Jahren 1223, 1227, 1267, 1279 und 1280 sowie 1310, 1313 und 1326 in Urkunden als Zeuge vor. Ja, sie waren zum Teil auch "Burgmänner" auf der Burg in Altenburg.
Wie es scheint, gehörten diese zum hohen pleißnischen Landadel, so meint es wenigstens Löbe in seiner Geschichte über die Kirchen und Schulen. So ist es wohl auch durchaus möglich, dass alle diese hier einen "Rittersitz", ein "Vorwerk", gehabt haben.
Und in der Tat finden wir eine solche Behausung noch im Jahre 1358, als "Das Burgstadel" erwähnt.
Ob nun aber all die zu dem im Reformationszeitalter genannten Orte den eigentlichen Burgbezirk gebildet haben, ist mir unbekannt. Doch scheinen die von Saara eine nicht unwesentliche Rolle gespielt zu haben. Da erhebt sich nun zunächst die erste Frage: Wo lag nun dieser ehemalige Ritterhof, das Vorwerk oder das Burgstadel?
Doch zunächst scheint mir persönlich die Meinung gestattet, dass mit dem Aussterben des letzten derer von Saara, im wesentlichen der umfangreiche Besitz und dessen Bedeutung als solcher nicht etwa aufgehört hat, sondern sich so nach und nach geschwächt hat, ja vermutlich gar vererbt worden ist und zwar zunächst an die von Waldeck zu Weida, dann an die von Zürchau und wohl zuletzt an die von der Gabelentze gekommen war. Dann aber in unbekannter Zeit an Bauern geteilt, vererbt worden ist.
Betrachten wir zunächst einmal die erste und älteste amtliche Dorf- und Flurkarte von Saara um 1800 herum, so können wir einigermaßen feststellen, welch damalige Saaraer Bauern einen größeren und zusammenhängenden Grundbesitz hatten.
Aber wir gehen wohl nicht fehl in der Annahme, dass dieser wohl nach den allgemeinen Gepflogenheiten nahe der Ortskirche gestanden haben mag. Denn Rittergut bzw. Rittersitz und Kirche hatten in jenen früheren Zeiten sehr oft etwas gemeinsames. Denn oft hatte der jeweilige Rittergutsbesitzer auch das Jus-Patronatus, oder war gar der Stifter derselben. Und so wird es wohl auch vermutlich hier in Saara gewesen sein.
Um nun zurück zu kommen auf jene älteste amtliche erste Dorf- und Flurvermessung von Saara vom Jahre 1800, so können wir einwandfrei feststellen, dass nach unserer Vermutung hier nur der spätere Bauernhofsitz der Fischers bzw. Stötzners, unmittelbar an der Ortskirche gelegen, in dieser Beziehung in Frage kommt. Denn seine ganzen Liegenschaften in der Flur Saara waren meistens zusammenhängend. Natürlich sind in dieser langen Zeitspanne von diesem Hofe Grundstücke verkauft, ausgewechselt und auch dazu gekauft worden. Doch ob nun noch ein anderer Bauernhof in Saara mit ein Teil des ehemaligen Ritterhofes gewesen ist, oder auch durch etwa erfolgte Teilungsvererbung des Ritterhofes etwa neu errichtet wurde, ist hier unbekannt, wohl auch unwahrscheinlich.
Quelle: Betrachtungen des Chronisten Kuno Apelt über den Ort Saara im Kirchspiel Saara