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Zehma

Zehma (mundartlich Zehme) liegt, wie auch einige andere Orte unserer Gemeinde, direkt an der B 93 in einer Höhe von 194 - 206 m ü. NN. Diese zu allen Zeiten bedeutende Straße, ob alte Handelsstraße oder Zwickauer Chaussee genannt, führt mitten durch den Ort und brachte je nach geschichtlichen Ereignissen Freud oder Leid.

Bereits 976 wird Zehma erstmals namentlich in einer Urkunde erwähnt (altn. UB Nr. 1). Kaiser Otto II schenkt dem Bistum Zeitz die Burg Altenburg mit einigen Dörfern im Pleißengau, darunter auch Zemouua, um wohl dadurch die Einkünfte des Bischofs zu verbessern.

Wie der Name verrät, ist Zehma slawischen Ursprungs und war einst ein Rundweiler (was man sich heute nur noch schwer vorstellen kann).

Rund 228 Einwohner werden heute im Ort gezählt.

Nach 1990 wurde eine eigene Wasserversorgung für Zehma und seine Ortsteile geschaffen, die ab 1999 jedoch mit der Wasserversorgung Podelwitz verschmolzen wurde.

Prägend für Zehma ist der SV 1897 e. V. mit seinen aktiven Sportlern im Bereich Fußball.

Das bis 1995 genutzte Gebäude als Gemeindeamt und Turnhalle wurde mit Hilfe von Fördermitteln 1998 teilsaniert und konnte dem Sportverein zur Nutzung mit neu ausgebauten Umkleideräumen und Sanitäranlagen übergeben werden.

Auch heute stellt die B 93 eine wichtige Verbindung zwischen Sachsen und Thüringen dar. Aus diesem Grund wurde auch diese Ortslage, wie mit Löhmigen begonnen, in den letzten Jahren grundhaft ausgebaut.


Zehma im Wandel der Zeit

1445 waren ca. 11 Anwesen rund um einen freien Platz angesiedelt. 1503 - 1528 existierte auch eine Kapelle in Zehma, von den Bauern gebaut. Es war ein hölzernes Gebäude, in welchem sich das holzgeschnitzte Bild der heiligen Anna befand und schnell den Ruf eines Wunder- und Gnadenbringers erlangte. Obwohl die Kapelle ungeweiht blieb, wurde sie zum Wallfahrtsort. Jedoch der stark lutherisch gesinnte Pfarrer Joachim Müller predigte heftig gegen die Wallfahrten und Götzenbilder, so dass die Kapelle nur kurzzeitig bestand. Pfarrer Stern aus Saara schreibt 1657 folgende Nachricht: "Vor Zeiten hat in Zehma eine Kapelle gestanden, Sankt Anna genannt. Solche soll gestanden seyn, mitten auf dem Dorfe, da man anitzo einen Kugelplatz gemacht." Später wird der Platz auch Kegelplatz genannt.

1548 sind in Zcema 12 Bauern ansässig. Davon haben 8 Bauern dem Sankt-Georg-Stift in Altenburg und 3 Bauern dem Jeremias von Maltis (Rittergut) Abgaben zu leisten. Ein Dorfrichter war im Ort. 1880 bestand der Ort aus 33 Anwesen, darunter 8 Anspann- und 3 Handgüter. Heute gibt es keine selbständigen Bauern mehr, die Höfe wurden teilweise umfunktioniert und von anderem Gewerbe genutzt.

Gegenüber dem Gasthof - welcher ebenfalls viel von früheren Zeiten berichten könnte - steht eine 1988 feierlich übergebene Pony-Plastik, die heute zu einem Symbol von Zehma geworden ist und ein Stück Ortsgeschichte verkörpert. Schon eh und je spielte die Liebe zu den Pferden in diesem Ort eine große Rolle. 1878 wurde der landwirtschaftliche Reitklub gegründet, dem überwiegend Großbauern auch aus den umliegenden Orten angehörten. Ein Jahr später wurde die neu gebaute Reithalle eingeweiht. Am 21. September 1913 fand ein großes Pferderennen auf den Zehmaer Wiesen statt. Den Aktivitäten wurde durch die Vorgaben der Nazis ein Ende gesetzt.

Aber Pferde bekamen schon bald wieder eine besondere Bedeutung in Zehma. Am 8. Juni 1977 fand die 1. Ponyzuchtschau statt. Züchter mit ihren Pferden trafen sich hier, um ihre Pferde den Zuchtrichtern und Experten vorzustellen und bewerten zu lassen. 14 Ponyschauen fanden statt und waren einzigartig im Umkreis.

1897 wurde in Zehma ein Männerturnverein mit 48 Turnern gegründet, welcher ebenfalls die neue Reithalle zum Üben nutzte. Dieser Verein, über die Jahre gewachsen, machte dem Ort alle Ehre. 1928 betrug die Mitgliederzahl 160 und 60 Kinder. Zehma beteiligte sich an Turn- und Sportfesten in Leipzig, an Arbeiterolympiade in Nürnberg und hatte sogar einen eigenen Spielmannszug. Aber auch dieser Verein zerfiel 1933.

Ab 1951 fand der Sport wieder seinen Aufschwung, es wurde die SG - Zehma gegründet. 1955 ist der Umbau der Reithalle in eine Turnhalle mit Gemeindebüroräumen fertig gestellt. 1959 wird die SG in BSG umbenannt und der Sportbetrieb konzentrierte sich im wesentlichen auf den Fußball, so wie es auch heute noch im SV 1897 ist.

1989 wurde nach zweijähriger Bauzeit das Sportplatzgebäude seiner Bestimmung übergeben und ist mit der späteren Erweiterung der Gaststätte ein Ort der Kommunikation.

Um den Anforderungen der heutigen Zeit gerecht zu werden, wurde die Turnhalle 1998 teilsaniert und konnte dem Sportverein wieder zur Nutzung übergeben werden.

Im Ort gibt es seit 1937 eine Freiwillige Feuerwehr, die auch heute sehr aktiv ist.

Wenn man von Zehma spricht, so darf die Friedrichslust mit dem "Roten Berg" als Flächennaturdenkmal nicht unerwähnt bleiben. Schon 1682 wird in Archivakten das Vorhandensein von Kalkhütten und Öfen erwähnt. Um die Jahrhundertwende gibt es in Zehma 2 Werke mit 8 Brennöfen. Am 17. April 1736 kauft die Herzogliche Kammer zu Altenburg von Paul Etzold zu Zehma einen unweit der Zehmaer Kalkhütte, neben Daniel Örtel zu Lehndorf gelegen und an die Zwickauer Chaussee stoßendes Ackerfeld, zur Anlegung eines Kalksteinbruchs für 160 Gülden.

Dieses Fleckchen Acker mit viel Wald und einer herrlichen Aussicht über die Pleißenauen wurde der Lieblingsort des Herzogs Friedrich. Er ließ hier ein Jagdhaus bauen und der Ort wurde nach ihm benannt.

Aus dem Jagdhaus wurde ein viel gepriesenes Gasthaus, welches bis Ende des 2. Weltkrieges bewirtschaftet wurde. Danach nutzte man es als Wohnhaus und es bot bis vor einige Jahren einen vernachlässigten Eindruck. Heute ist es renoviert, erscheint in neuem Glanz und ist ein Blickfang von weit her.

Zehma Ortsdurchfahrt B93 Zehma Ponydenkmal
Ortsdurchfahrt Zehma und wieder neu aufgestelltes Ponydenkmal

 

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