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Taupadel

Urkundlich wurde der Ort Taupadel 1336 erstmals als "Tupadel" erwähnt. Im Volksmund wird der Ort oft Taupodel genannt.

Taupadel liegt auf einer Hochebene und seine Flur hat rund 324 ha.

Ursprünglich war Taupadel ein sogenanntes Sackgassendorf. In der Entwicklung und Besiedelung entwickelte sich Taupadel zu einem Straßendorf. Diese Form ist heute noch erkennbar. Entgegen manchmal vertretender landläufiger Meinungen ist Taupadel wahrscheinlich niemals Sitz eines Rittergutes gewesen.

Auf Grund seines sehr späten Erscheinens des Dorfes Taupadel und der Dorfnamensschreibweise ist von einer rein deutschen Dorfgründung auszugehen.

Taupadel fronte und zinste nach den benachbarten Orten Maltis, Löhmigen und zuletzt nach Zürchau.

1445 wurden in Taupadel 14 Bauernfamilien gezählt.

1583 wurden 25 Anwesen mit 100 Einwohnern gezählt.

1847 gab es 25 Häuser mit 34 Haushalten und 172 Einwohnern.

1948 hatte Taupadel 385 Einwohner und 1981 waren es 220.

Heute leben in Taupadel ca. 198 Einwohner.

Mit der Bebauung des Wohngebietes Taupadel Nordost vergrößerte sich nicht nur der Ort Taupadel, es wurde eine attraktive Wohngegend geschaffen.

Jahrhunderte wurde der Ort Taupadel von der Landwirtschaft geprägt und in deren Zusammenhang gab es um 1900 folgende Handwerker bzw. Gewerbetreibende: Einen Schmied, Stellmacher, Sattler, Schneider, Schuhmacher, Fleischer, Böttcher, Hausschlächter und Obstpächter, Leineweber, Nachtwächter und Wegemeister und zwei Gastwirte.

Als der Ort Taupadel im Jahre 1986 sein 650jähriges Bestehen feierte, musste der Bürgermeister Herr Weber in der Festrede kritisch den Wegfall einiger Handwerksbetriebe bemerken. Mit der Schaffung des Wohngebietes Taupadel Nordost, dem grundhaften Ausbau der Hauptstraße im Ort, dem Neubau der Wasser- und Abwasserleitung, der Renaturierung der Teiche und dem modernen Landgasthof mit einem Saal für 72 Plätze und Fremdenzimmern, erhöhte sich die Attraktivität von Taupadel für die Einwohner und deren Besucher.
 

Auszüge aus der Geschichte des Ortes Taupadel

Im Dreißigjährigen Krieg wurden 1641 von schwedischen Soldaten fünf Anwesen in Brand gesteckt. Am 17. Juni 1781 kam es in Taupadel bei einer wä'Kindstaufsausrichtung" zu einem riesigen Feuer. Es wurden damals die 7 Bauernhöfe von Johann Nitzsche, Johann Gerth, Michael Kipping, Johann Ambrosius Mehlhorn, Michael Köhler, Johann Junghanns und Gottfried Reuschel vernichtet.

Die Brandentschädigung für die 7 Höfe betrug insgesamt 2750 Thaler. Der Hof von Gottfried Reuschel wurde nicht wieder aufgebaut.

Zu den großen Schadensfeuern des letzten Jahrhunderts gehört der Scheunenbrand und die Vernichtung des Kuhstallgebäudes im damaligen Hof von Köhler, Paul im Jahre 1906.

In der Landwirtschaft war von besonderer wirtschaftlicher Bedeutung der Bau der Dampfmolkerei in Taupadel.

Am 14. Januar 1905 gründeten fast alle Bauern der Gemeinde Taupadel und die Nachbargemeinden Bornshain, Nitzschka und Kummer die e.G.m.b.H. Dampfmolkerei Taupadel.

Am 15. Mai 1905 war die Grundsteinlegung und am 16. Oktober 1905 erfolgte die Inbetriebnahme. Der Einbau einer Käserei erfolgte 1934.

1935 wurde die gemeinschaftliche Kartoffeldämpfeinrichtung angeschafft und der Abdampf der Molkerei genutzt.

Mit dem Bau der Großmolkerei im Jahre 1939 in der Stadt Meerane, der sich auch der Molkereibezirk Taupadel anschloss, wurde die Dampfmolkerei Taupadel stillgelegt und vom Ländlichen Darlehnskassenverein Taupadel zu genossenschaftlichen Zwecken übernommen. Genutzt wurde das Gebäude in den folgenden Jahren als Wäscherei, Stellmacherei, MTS Stützpunkt, LPG-Büro und Gemeindeamt. Bis 1997 war das Büro der Agrargenossenschaft Taupadel in diesem Gebäude untergebracht.

Auch im nachfolgenden Auszug aus der Chronik beweisen die Taupadeler Bauern Fortschritt und Gemeinschaftssinn.

1908 wurde eine Wasserleitungsgemeinschaft ins Leben gerufen. Neben Bauerngehöften wurden auch Anwesen der Landarbeiter an die Wasserversorgungsanlage angeschlossen. Der Pumpantrieb erfolgte durch eine 23 m hohe Windturbine, die 1935 durch eine elektrische Anlage ersetzt wurde. Diese Wasserversorgungsanlage wurde nach dem Bau der Wasserleitung in Taupadel am 9. April 1992 nach 84jähriger Funktion außer Betrieb genommen. Immerhin versorgte diese Gemeinschaftsanlage 80 % der Haushalte des Ortes.

1872: wurden zur Erinnerung an die gesunde Rückkehr aller 7 Taupadeler Kriegsteilnehmer des Krieges 1871 mit der Pflanzung von 7 Linden am Brauhausteich gedacht.

1907: Erster Telefonanschluss in Taupadel.

1908: Am 27. Mai verstarb 41 Tage vor Vollendung ihres 100. Geburtstages Frau Sophie Gräfe. Das ist die älteste bekannt gewordene Einwohnerin von Taupadel.

1927: erhielt Taupadel die elektrische Straßenbeleuchtung.

1934: Gründung der FFW Taupadel.

1952: Gründung der LPG Vorwärts Taupadel.

1958: Grundsteinlegung des FFW Gerätehauses.

1961: Zusammenschluss der Gemeinden Bornshain und Taupadel.

1987: Riesiges Unwetter in Taupadel.

1991: Die Zustellung der Tageszeitung und Briefe erfolgen wieder über die Hausbriefkästen. Die Briefzustellfachanlagen werden abgeschafft.

1993: Alle Bürger, die es wünschten, erhielten durch die Telekom einen Telefonanschluss.

1996: Die Gemeinde Taupadel verliert ihre politische Selbständigkeit.

Quelle: nach den Aufzeichnungen von Herrn Karpa


An dieser Stelle sei bemerkt, dass sich bleibende Verdienste bei der Erfassung geschichtlicher Daten und dem Führen der Ortschronik der Bürger Wilhelm Schellenberg erworben hat. Gegenwärtig wird die Ortschronik durch Herrn Rolf Karpa weitergeführt. So gibt diese Aufzeichnung auf viele Fragen eine Antwort, woran oft nicht mehr gedacht wird.

 

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