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Runsdorf

Der Ortsteil Runsdorf, südöstlich unserer Gemeinde, liegt ca. 5 km von Gößnitz entfernt. Das Dorf, um 1200 "Rodwanistorf" geschrieben, trägt einen slawisch-deutschen Mischnamen (Dorf des Rodvan).

Neben der deutsch-slawischen Bezeichnung gibt es jedoch den Nachweis im Urkundenbuch des Klosters Bosau, dass der Ort Runsdorf ursprünglich eine deutsche Siedlung ist.

Im Ortsbild fällt der hohe Anteil von ehemaligen Häusleranwesen auf. Er geht auf den Abbau eines südlich gelegenen Braunkohleflözes seit 1861 zurück. In mehreren kleinen Tiefbaugruben wurde bis nach der Jahrhundertwende Kohle gefördert. 1880 befanden sich unter 25 Anwesen nur 3 Anspanngüter und ein Handgut. Es lebten 129 Einwohner im Ort.

Die umliegende Flur umfasste 1,26 km² und war in streifenförmig aufgeteilte Blöcke gegliedert. Die Schule in Runsdorf prägte viele Jahre das geistig-kulturelle Leben auf dem Lande. Mit Bedauern vieler Einwohner musste aufgrund der geringen Schülerzahlen, wie in vielen anderen Einrichtungen, die Schule 1996 geschlossen werden. Heute besuchen die Kinder des Einzugsgebietes die neu errichtete Grund- und Regelschule in Gößnitz.

Das Objekt beherbergt heute den kommunalen Bauhof. Die Begegnungsstätte organisiert hier ihre Veranstaltungen für das Gemeindegebiet.

Neben dem 1993, im Rahmen der Dorferneuerung, neu gestalteten Teich ist auch das Dammwildgehege einen Ausflug wert. Ebenfalls mit Fördermitteln der Dorferneuerung wurde 1995 mit dem grundhaften Ausbau der Ortsdurchfahrts- und Anliegerstraße begonnen, der 1996 beendet wurde.

Heute leben in Runsdorf ca. 84 Einwohner.


Der Gasthof in Runsdorf

Die älteste bekannte Erwähnung befindet sich im "Extrakt (Auszug aus einem Buch) aus dem Erbregister des Rittergutes Hainichen vom Jahre 1618 die Frohnverhältnisse der handfrohnpflichtigen Untersassen zu Runsdorf betr.", dort wird ein Melichor Winckler als Wirt genannt.

Die Schankgerechtigkeit lässt sich in den Handelsbüchern bis 1727 nachweisen. In diesem Jahre kaufte Valentin Kramer das Schenkgut vom Freiherrn Kaspar Erdmann von Reitzenstein auf Hainichen. Die Schankgerechtigkeit ruht auf dem Sitz.

Für das zusätzliche Weinschankrecht zahlte V. Kramer ab 2. Mai 1729 jährlich 1 Taler Weinzins. Neben dem Schank- und Weinrecht lag auf dem Gasthof noch das Schlachtrecht.

Jakob Rauschenbach kaufte den Gasthof für 1800 Gulden. Er erhöhte den Wert 1838 durch den Anbau eines Saales. Sein Nachfolger, Gottfried Thieme aus Tettau, bezahlte 1858 einen Kaufpreis von 11300 Talern. Er erweiterte den Hof im gleichen Jahre durch den Anbau des angrenzenden Grundstückes des Korbmachers Valentin Speck. Das darauf stehende Häuschen wurde abgebrochen. Heute befindet sich an dieser Stelle der Gemüsegarten des Gasthofes. Eine weitere Vergrößerung erfuhr der Gasthof unter G. Thieme durch den Ankauf des 70 Rth. (1 Rth. = 32 m) großen Obstgartens. Das heutige Wohnhaus wurde ebenfalls 1878 durch G. Thieme erbaut.

Am 28. Mai 1906 kaufte den Gasthof Adelbert Schulze aus Windischleuba. Er ließ 1924 den Saal durch den Anbau an der Westseite und durch den Bau einer Bühne erweitern. Der Saal bekam dadurch ein Fassungsvermögen von über 400 Besuchern.

Erich Götze ehelichte seine Tochter Margarete und war somit ebenfalls Besitzer des Anwesens.

Vor und nach dem 2. Weltkrieg war Runsdorf durch unzählige Tanzveranstaltungen, Vereinstätigkeiten und Theateraufführungen nicht nur in der näheren Region eine Hochburg der Geselligkeit.

So gab es u. a. am 13. / 14. April 1949 die Schulaufführungen "3 Störche auf den Wiesen am Lunzigbach".

Seit 01.09.1960 nutzte die Volksbildung die Räumlichkeiten des Seitengebäudes für den Sportunterricht bzw. die Hortbetreuung.

Die Familie Jürgen Trenkmann bewirtschaftete die Gaststätte nach dem Tode des Großvaters Erich Götze im Jahre 1982 bis sie 1984 nach Neustrelitz umsiedelten.

Seit dieser Zeit wechselte der Gasthof in kürzeren Abständen seine Besitzer. So erwarben u. a. K. Schulze, K. Staudte und zum heutigen Zeitpunkt Herr Lorenz diesen Besitz.

Quelle: Chronik Fritz Neef

Anmerkung der Redaktion: Nachdem das Grundstücks des Gasthofes zwischenzeitlich im Gemeindebesitz war, wurde es 2005 wieder verkauft. Es wird seit dem zum Wohnhaus umgebaut und als solches genutzt.


Neu angelegte Runsdorfer Kuppe

 

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