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Podelwitz

Geographisch gehört Podelwitz zum Hügelland östlich der Pleiße und wird in südlicher Richtung vom Lunzigbach geprägt.

Der Ort wurde auf uralten Kulturboden erbaut und besitzt Rundlingscharakter. Die Anwesenheit des Menschen lässt sich auf Podelwitzer Flur durch den Fund eines Faustkeiles, dessen Alter auf etwa 50.000 Jahre geschätzt wird, bis in die ältere Steinzeit verfolgen (Sammlung Fritz Neef).

Die Bandkeramiker aus den Steppengebieten Böhmens waren es, die sich in diesem Ort ansiedelten und dieses Dorf in Form einer Doppelsiedlung anlegten. Die Menschen der jüngeren Steinzeit lebten hier als Ackerbauer und Viehzüchter. Nach der Völkerwanderung um 600 zogen die Slawen kampflos in die von den Germanen aufgegebenen Gebiete ein. Bei uns war es der Stamm der Sorben, der die alten Kulturstätten wieder besiedelte.

An diese Zeit erinnern die verschiedenen Namen des Ortes. Podelwitz hieß um 1200 Budowitz (altsorbisch), 1364 Budowil, 1445 Bodelwicz.

In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts prägten das Ortsbild 44 Häuser einschließlich Rittergut, 4 Anspann- und 6 Handgüter. In diesen Jahren erfolgte eine starke Übersiedlung durch Häusler, die besonders im nahen Gößnitz Beschäftigung fanden. Ein Drittel der Bewohner waren in den früheren Zeiten in der Landwirtschaft tätig.

Heute leben in Podelwitz ca. 200 Einwohner, die sich mit ihrem idyllischen Dorfteich und restaurierten Gebäuden, neu errichteten Häusern und sanierten Anwesen sehen lassen können.

Im Jahre 1992 wurde der Ort Podelwitz an das neue Wassernetz angeschlossen und 1996 mit Erdgas versorgt. Im Rahmen der Dorferneuerung wurde in Podelwitz 1996 das ehemalige Gemeindeamt saniert.

In Podelwitz befindet sich die einzige Arztpraxis des Gemeindegebietes. Besonders entwickelt hat sich in Podelwitz das Vereinsleben. Neben dem Gartenverein ist der Podelwitzer Carnevalsverein weit über die Gemeindegrenzen für seine Veranstaltungen bekannt geworden und hat sich so Anerkennung verschafft.

Im Kindergarten "Sonnenschein" am Lunzigbach haben die kleinen Bürger ihr Domizil während die älteren Bürger im Rahmen der AWO das Feuerwehrhaus zur Begegnung nutzen.
 

Aus der Geschichte des Rittergutes Podelwitz

Über die Frühzeit des Rittergutes ist wenig bekannt. 1257 wird ein Tuto von Gößnitz als Besitzer von Gößnitz, Podelwitz und Kummer genannt. In der Mitte des 15. Jahrhunderts hatten diesen Besitz die Herren von Kertschütz. Im Frühjahr 1515 wurde Georg von Kertschütz erstochen.

Da er der Letzte seines Stammes war, fiel das Lehen an den Landesherren auf Machern, der seine Güter am 18.12.1519 an das Altenburger Georgenstift verkaufte. In Podelwitz erinnern noch die Namen Münchborn, Münchteich und Münchwiese (Münch = Mönch) an diese Tatsache.

1545 wird als Besitzer Hans Niklas von Rußwurm genannt, 1556 Niklas von Rußwurm. Dieser starb 1585. Sein Grabstein befindet sich in der Sakristei der Kirche zu Gieba. Er trägt die Inschrift: "Nicolaus von Russwurm zu Poltz + 1585". Er steht da langbärtig zwischen vier Wappen gerüstet, den Helm zu Füßen. Die rechte Hand hat er am Dolch, die linke am Schwert. Die Figur ist in verhältnismäßig flachem Relief in Sandstein gehauen.

Auf Nicolaus von Rußwurm folgten 1587 Rudolf von Minckwitz. In den Jahren 1638 - 1787 sind historisch folgende Eigentümer belegbar: 1638 Wolf Friedrich von Ende; 1653 Virhoven von Heldenberg; 1666 Hans Ernst von der Mosel; 1702 Hans Wilhelm von Langenau; 1704 Adam Dietrich von Heynitz.

Im Jahre 1706 wurde das ehemalige Herrenhaus von Adam Dietrich von Heynitz gebaut. Über der Eingangstür befinden sich heute noch die Wappen des Erbauers und seiner Ehefrau in Schilfblattwerk aus Stein gehauen. Sie tragen die Unterschrift ADVGH - DEGVT - MDCCVI (Adam Dietrich von Heynitz - Dorothea Elisabeth geborene von Thaler - 1706).

1727 übernahm die Ehefrau das Rittergut, 1743 Hedwig von Lichtenhayn, 1748 die Schwestern Karola und Johanna Edle von der Planitz, 1750 Friederike von Stangen, 1787 der Kursächsische Land - Kammer - Rat Heinrich von Bünau.

Durch eine reiche Heirat rettete 1835 der Sohn des Herrn Karl Friedrich Otto das Rittergut vor dem Zusammenbruch. 1842 wird es an den Stiefsohn W. H. Moritz Bergner verkauft, der 1853 stirbt. Seine Witwe heiratete 1860 R. W. Kirmse.

1880 war das Anwesen 67 ha groß, früher wahrscheinlich kleiner.

Auf R. W. Kirmse folgten Reinhold und Heinrich Kirmse, der das Rittergut und späteren Erbhof bis zur Übernahme in die LPG "Frohe Zukunft" Podelwitz bewirtschaftete.

Bedeutend war, dass das Rittergut die Erbgerichte über Klein Podelwitz in vergangenen Jahrhunderten besaß.

Quelle: zusammengetragen von I. Franz

Podelwitz altes Gemeindeamt Podelwitz Dorfteich
Altes Gemeindeamt Podelwitz und Dorfteich

 

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