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Heiligenleichnam

Heiligenleichnam liegt ca. 6 km östlich von Altenburg am rechten Oberhang des Pleißentales, 220 - 225 m über NN.

Über die Entstehung des Dorfes um 1435 knüpfen sich merkwürdige Erinnerungen.

Nach alten Nachrichten berichtet man glaubwürdig über die Entstehung des Ortes. Er ist einer der wenigen, deren Ursprung man kennt, nämlich am Fronleichnamsfeste. Zeitweise war Heiligenleichnam ein Wallfahrtsort im Volksmund "Hellechen" genannt. Zählte der kleine Ort um 1900 noch ca. 80 Einwohner ist hier heute nur noch ca. die Hälfte der Einwohner und ein Gewerbetreibender ansässig.


Ursprung des Dorfes Heiligenleichnam

Am Fronleichnamsfeste des Jahres 1434 ist die Wallfahrt zu Heiligen Leichnam, eine halbe Meile Weges von Altenburg an der Straße nach Zwickau gestiftet worden. Damit ist es wunderlich zugegangen. Es ist zu derselbigen Zeit eine große Teuerung im ganzen Lande zu Meißen gewesen. Um Fronleichnamstage haben die Geistlichen in der Bartholomäikirche zu Altenburg die Monstranz, das ist das Gefäß, in dem die heilige Hostie dem Volke zur Verehrung gezeigt wurde, auf dem Hochaltare stehen lassen. Ein armer Schuhknecht gibt Achtung auf die Monstranz und, wie niemand sonderlich zugegen ist, nimmt er sie behende unter den Rock und geht davon. Die Hostie nimmt er heraus, legt sie in einem Hölzlein oberhalb Mockern auf einen Stock und deckt sie mit einem Steine zu. Das Gefäß zerbricht er, geht nach Zwickau und verkauft ein Stück nach dem anderen.

Nun wird’s hin und wieder in den Städten bei den Goldschmieden bestellt, darauf Achtung zu geben. Der arme Bruder kommt nach Zwickau und will noch ein Stück verkaufen, wird darüber gefangen und nach Altenburg geführt. Hier wird er gefragt, was ihn zu der Tat genötigt habe. Antwort: "Der Hunger." - Wo er die Hostie hingetan habe? - Antwort: Er habe sie da und da wohl verwahrt. Die Geistlichen ziehen mit dem armen Bruder hinaus, finden den Herrgott, wie man’s damals genannt hat, auf dem Stocke mit einem Steine zugedeckt und tragen ihn in feierlichen Zuge wieder nach Altenburg in die Bartholomäikirche. Am anderen Morgen jedoch ist er verschwunden gewesen und ist wieder an den Ort gekommen, da er gelegen hatte. So oft er auch in die Stadt zurück getragen worden ist, ist er doch allezeit wieder hinaus an die alte Stelle gekommen. Da hat man gesehen, dass der Herr Jesus an der Stelle hat eine Kirche haben wollen, hat dort eine Kapelle gebaut und eine Wallfahrt gestiftet. Der arme Bruder aber hat seinen Lohn mit dem Feuer bekommen.
 

Zerfall der Kapelle zu Heiligenleichnam

Nach Abschaffung des Papsttums predigte der Pfarrer von Saara in der Kapelle zu Heiligenleichnam des Sonntags nachmittags. Auf Grund einer alten Stiftung musste der Wirt daselbst allezeit, wenn er da gepredigt hatte, ihm ein Stübchen Bier reichen. Ums Jahr 1539 begab sich’s, dass unter der Predigt aus der getäfelten Decke ein Brett herunterfiel und bei einem Haar des Pfarrers Sohn erschlug, der mit in der Kirche saß. Da weigerte sich der Pfarrer der Lebensgefahr halber solcher Predigt, so lange nicht das Dach gebessert wäre. Weil dazu niemand absonderlich Lust getragen hat, ist die Kapelle allmählich verfallen.

Ende des Jahrhunderts kam die Kirche in den Besitz des daneben wohnenden Schmieds. Als dieser einst auf einer Leiter stand und die eisernen Stäbe aus den Kirchfenstern brechen wollte, ungeachtet dass sonst die Mauern fest und schier unzerstörbar waren, brach ein großes Stück Gemäuer herunter und erschlug den Schmied. Als man anfing die Steine abzutragen, ließ sich auf dem Gebäude stetigs eine weiße Taube sehen, die dort herumflatterte, oftmals gar den Arbeitern in den Schlag oder Strich kam, aber doch ungetroffen ihnen unter den Händen verschwand. Die Glocken kamen in eine Kirche nicht fern von Zwickau, und es hieß, sie seien stets guten Klanges gewesen, also dass man sie, wenn es stille und helle, in Heiligenleichnam hören könne.

In mehreren Berichten wird erwähnt, dass die Steine der abgetragenen Kirche für den Bau einer neuen Schmiede und für das Haus des Amtsschössers Heinrich Förster in der Altenburger Hillgasse verwendet wurden. Nach anderen Nachrichten sollen Teile der Kirche noch stehen geblieben und 1632 von kaiserlichen Soldaten niedergebrannt worden sein.

Die sakralen Geräte kamen nach Aufhebung der Kirche zum Georgenstift und die "wundertätigen Bilder" nach Bornshain.

QUELLE: „OSTERLANDSSAGEN“ AUS DEM ALTENBURGER ORTSKREISE
PROF. DR. M. BENER, ALTENBURG, ALFRED TITTL’S VERLAG 1901

 

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