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Gardschütz

Gardschütz liegt etwa 6 km südlich von Altenburg und ist im Pleißentale unmittelbar an der Pleiße und der Zwickauer Landstraße (heute Bundesstraße 93) gelegen. Die erste urkundliche Erwähnung im Jahre 1378 als Jarcschütz, 1528 ist der Ort als Gardschitz erwähnt. Im Volksmund wird Gardschütz als "Gardsch" ausgesprochen.

Gardschütz hat ca. 5 Einwohner. Auf Gardschützer Flur befinden sich ein Großteil des Lehndorfer Bahnhofes, das Sägewerk und das alte Kornhaus östlich des Bahnhofes. Diese Ansiedlung ist noch heute völlig vom Ortskern Gardschütz getrennt und erscheint als Bestandteil von Lehndorf. Per Satzungsbeschluss wurde im Jahr 2013 der an Lehdorf angrenzende Teil dieser Ortslage zugeordnet.

Geprägt wird der Ort selbst von der Mühle, die sich seit 1990 wieder in Familienbesitz befindet und heute von der dritten Generation bewirtschaftet wird. Die technische Besonderheit der Gardschützer Mühle liegt darin, dass 50 % der zum Mahlen des Getreides benötigten Energie durch Turbinen gewonnen wird, die übrigen 50 % gewinnt man noch immer aus der Wasserkraft der Pleiße.

 

Aus der Chronik

Der jetzige Ortsteil Gardschütz ist aus einer alten sorbischen Kleinsiedlung entstanden, die höchstens 4 Höfe trug. Eine solche Siedlung wird als Hofgruppe angesprochen. (Quelle: Löbe) Hier war von alters her ein Hof des Klosters zu Grünhain, im Visitionsprotokoll zu 1528 "Munchhof Garschwitz" genannt; er wurde von einem Hofmeister verwaltet.

Abt Johannes I. vom Zisterzienserkloster Grünhain, im westlichen Erzgebirge, erhielt das Gebiet um Gardschitz und Lügendorf, vermutlich als Lehen des Landesherren zwischen 1270 und 1280. (Aus dem Buch Lothar Enderlein) Es waren hier slavische Kleinsiedlungen im hochwasserfreien Teil vorhanden. Ganz wie in Grünhain selbst, wählten sich die Zisterzienser Mönche eine unberührte Bodenfalte zur Anlegung ihres Klosterhofes. Der Fluss wurde von ihnen erst reguliert. Dammbauten wurden durch sie geschaffen und Entwässerungsanlagen von ihnen angelegt.

Die slavischen Weiler umher konnten mit ihrer zurückgebliebenen Wirtschaftsweise nicht bestehen. Sie wurden wüste oder wurden aufgesogen. Sie konnten doch der durchgreifenden Kulturweise der Zisterziener nicht widerstehen. Die Mönche entwickelten den Hof zu einem Mustergute. Das Kloster hatte ja noch viel mehr an Land und Zinsen im Pleißenlande erworben. Alle zahlten hier in den Gardschitzer Klosterhof an den Hofmeister desselben als den Vertreter des Abtes von Grünhain. Die Grünhainer Klosterherrschaft zahlte von Gardschitz aus Geleit und Geschoß (Steuern) nach Altenburg. Wie groß die Herrschaft des Klosterhofes im Umfang war, sehen wir daran, dass 1455/56 und 1463 Geleit und Geschoß von hier aus gezahlt wurde für: Gardschitz, Göhren, Illsitz, Kultscha (Goldschau), Oberarnsdorf, Remsa, Zechau und Zschaiga. Im Leipziger Teilungsvertrag von 1485 wird der Gardschitzer Hof als "der closterhofe Grunhain" gesondert aufgeführt.

Hier in Gardschitz ließen die Äbte Lehnbücher führen. Die Geschäfte, die damit zusammenhingen, führte der Hofmeister, der ein geachteter Mann war. In einer Urkunde vom Jahre 1496, im Jahre 1842 im Ratsarchiv zu Altenburg aufgefunden, wird uns mitgeteilt, wie die Hofmeister Mattheus Otto vom Klosterhofe Gardschitz zu Selleris eine Erteilung in der Familie Berchterus mit Verschwägerten regelte.

1535 wurde der Gardschitzer Hof, auf kurfürstlichem Befehl hin, vom letzten Abte Grünhains Johann Göpfert, an den kurfürstlichen Amtmann von Zwickau, Wolf von Weißbach, übergeben. Aus dem Klosterhof wurde vom Fürsten ein Rittergut gemacht. Der letzte Hofmeister des Klosterhofes Gardschitz hieß Georg Gepfriedt (Göpfert). Er war wahrscheinlich ein naher Verwandter des letzten Abtes.

Der Rittergutsbesitzer Wolf von Weißbach hatte den Besitz nur bis 1544 inne. Das Land fiel alles an den Fürsten nach Altenburg wieder zurück. Der Kurfürst von Sachsen ließ, nachdem der letzte Abt Johann Göpfert am 02.07.1536 als Abt des Zisterzienser Kloster Grünhain abgedankt hatte, im Jahre 1548 den gesamten Klosterbesitz in drei Amtserbbüchern festlegen. Für den Altenburger Besitz wurde das Amtserbbuch des Amtes Altenburg herausgegeben. Wir ersehen aus diesem Amtserbbuch, dass sich die Besitzverhältnisse in Gardschitz geändert haben. Die Fürsten haben auf dem Lande des Klosterhofes Bauern angesetzt. Es ist auch den Lehndorfern und den Häuslern in Heiligenleichnam Land zu Lehen gegeben worden.

Quelle: Chronik von Ernst Meinke, ehemals Lehrer in Saara

Alte Gardschützer Brücke
Alte Gardschützer Brücke

 

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